Lieferengpässe und Preisanstiege gefährden wirtschaftliche Erholung

Die Versorgungslage bei Rohstoffen und Energieträgern, insbesondere Gas, verschlechtert sich mit dem Krieg in der Ukraine nochmals deutlich. Aus Angst vor einer weiteren Verknappung steigen die Gaspreise an den Terminbörsen teilweise um 42 % innerhalb eines Tages. Schon im Jahr 2021 kannten die Preise nur eine Richtung: nach oben. Im Dezember 2021 zum Beispiel lag der Grenzübergangspreis für Erdgas 248 % über dem Vorjahreswert.
In Tonnen gerechnet machten im Jahr 2021 Importe aus Russland 45 % aller hessischen Importe aus. Dies ist eine beachtlich hohe Zahl. Der größte Teil dieser Importe bestand aus Erdgas und Erdöl sowie Mineralölerzeugnissen. Diese Stoffe und Waren sind vergleichsweise schwer. In Euro gerechnet ist der Handel zwischen Hessen und Russland sowie der Ukraine aber überschaubar. Die Einfuhren aus der Ukraine beliefen sich lediglich auf 0,08 %, die Einfuhren aus Russland auf 3,73 % aller Einfuhren. Insgesamt wurden Waren im Wert von 119.349.424.000 Euro importiert. Angesichts der explodierenden Gaspreise wird es hier zu Verschiebungen im Jahr 2022 kommen. Der Anteil der Energieträger an den Einfuhren (in Euro) wird in Hessen zunehmen. Die Warenausfuhren (in Euro) in die Ukraine beliefen sich auf 0,32 %, die nach Russland auf 1,54 % aller Ausfuhren. Insgesamt wurden Waren im Wert von 68.573.268.000 Euro exportiert. Die Zahlen beruhen auf Daten des Hessischen Statistischen Landesamtes. 
Laut der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage hat das Risiko von zu hohen Energie- und Rohstoffpreisen schon vor dem Krieg in der Ukraine den höchsten Wert seit der Erstbefragung im Jahr 2010 unter den Industrieunternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt erreicht. 75 % der Industriebetriebe sehen hierin das größte Geschäftsrisiko und 79 % geben an, dass sie in einem erheblichen Umfang von Preisanstiegen bei Energie, Rohstoffen und Vorprodukten betroffen sind. Bei 83 % der Betriebe sorgt dies für Umsatzeinbußen, da nicht alle Kosten weitergereicht werden können. Weitere Preisanstiege im Jahr 2022 können zu einer ernsten Gefahr für den wirtschaftlichen Erholungsprozess werden.
Weitere Informationen, auch zu verschiedenen Branchen, finden Sie im aktuellen Konjunkturbericht Jahresbeginn 2022: https://www.frankfurt-main.ihk.de/konjunkturbericht