Industrie-Konjunktur in FrankfurtRheinMain
Der Geschäftsklimaindex in der Industrie verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zur konjunkturellen Entwicklung.
Strukturelle Defizite vermindern Wettbewerbsfähigkeit
Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich nach wie vor in der Rezession. In den vergangenen fünf Jahren ist das reale Bruttoinlandsprodukt nach den Berechnungen des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gerade einmal um 0,1 Prozent gewachsen. Das Produktionspotenzial liegt 5 Prozent unter dem Wert, der noch 2019 für dieses Jahr erwartet wurde. Und im internationalen Vergleich schneidet der Wirtschaftsstandort Deutschland immer schlechter ab. Die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung ist insbesondere auf den Rückgang der Produktion und Wertschöpfung in der Industrie zurückzuführen. Dabei deutet die zunehmende Abkopplung des Industriesektors in Deutschland von der Weltwirtschaft darauf hin, dass es für die Wirtschaftsschwäche nicht nur konjunkturelle, sondern auch strukturelle Gründe gibt. Aus Sicht der Industrie in FrankfurtRheinMain bestehen die strukturellen Defizite vor allem in schlechten allgemeinen Rahmenbedingungen wie den starken bürokratischen Hemmnissen und hoher Steuerlast sowie die im internationalen Vergleich überdurchschnittlichen Energie- und Arbeitskosten. Deutlich mehr als die Hälfte der Industrieunternehmen in FrankfurtRheinMain sieht in diesen Faktoren jeweils eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung (Mehrfachnennungen waren möglich).
Weiterer Rückgang der Industrieproduktion zu erwarten
Die Stimmung in der Industrie in FrankfurtRheinMain ist zurzeit ausgesprochen schlecht. Der IHK-Geschäftsklimaindex notiert mit 78 Punkten auf sehr niedrigem Niveau. Inzwischen beurteilen 29 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als „schlecht“ und lediglich 12 Prozent als „gut“ (59 Prozent als „befriedigend“). Für die kommenden Monate zeichnet sich ein weiterer Rückgang der industriellen Produktion ab. Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland gingen zuletzt deutlich zurück. Die Betriebe befürchten, dass sich ihre Geschäftslage weiter verschlechtert. Nahezu jedes dritte Industrieunternehmen erwartet eine Verschlechterung der Geschäftslage, lediglich jedes achte Unternehmen eine Verbesserung. Neben der schwachen Binnenkonjunktur spielt dabei auch eine Rolle, dass derzeit die Impulse aus dem Ausland fehlen und zudem sich der internationale Wettbewerb für heimische Produzenten zunehmend verschärft. Der IHK-Indikator für die Exporterwartungen sinkt gegenüber der Vorumfrage nochmals um fünf auf nunmehr minus 18 Punkte.
Deutlicher Beschäftigungsabbau in der Industrie zeichnet sich ab.
Anlass zur Sorge geben auch die Beschäftigungs- und Investitionspläne der Unternehmen. Inzwischen möchten 29 Prozent der Betriebe Arbeitsplätze abbauen; lediglich 12 Prozent neue Stellen schaffen. Insbesondere im Fahrzeugbau, der Papier- und Druckindustrie sowie bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren ist mit einem kräftigen Abbau von Arbeitsplätzen zu rechnen. Aber auch in nahezu allen anderen Branchen – mit Ausnahme der Pharmaindustrie und Nahrungsmittelindustrie – ist mit einem Stellenabbau zu rechnen. Zudem ist die Investitionsbereitschaft gering. 44 Prozent der Unternehmen planen, ihr Investitionsvolumen zu reduzieren; lediglich 16 Prozent wollen in den kommenden Monaten ihre Investitionsausgaben erhöhen. Nach dem Ersatzbedarf spielen Rationalisierungsmaßnahmen die zentrale Rolle bei den Investitionsentscheidungen. 38 Prozent der Betriebe geben als Hauptmotiv für ihre Investitionen „Rationalisierungen“ an. 26 Prozent nennen „Produktinnovationen“ und 21 Prozent „Umweltschutz“ sowie nur noch 18 Prozent „Kapazitätserweiterungen“.
Industrie | FrankfurtRheinMain | IHK-Indikatoren
IHK-Indikatoren
|
Okt 2024
(2024-III)
|
Jan 2025
(2025-I)
|
Veränderung
|
---|---|---|---|
Auftragseingänge Inland |
-47
|
-38
|
+9
|
Auftragseingänge Ausland |
-43
|
-29
|
+14
|
Geschäftslage |
-24
|
-19
|
+5
|
Geschäftserwartungen |
-19
|
-17
|
+2
|
Exporterwartungen |
-18
|
-13
|
+5
|
Investitionsvolumen |
-28
|
-22
|
+6
|
Beschäftigung |
-17
|
-21
|
-4
|
Industrie | FrankfurtRheinMain | Diagramme
Industrie | FrankfurtRheinMain | Trendprognose für die nächsten 6 Monate
Produktion
|
Investitions-
volumen |
Beschäftigung
|
Export
|
---|---|---|---|
sinkend | sinkend | sinkend | sinkend |