Konjunktur im Netzwerk Industrie in Hessen

Der Geschäftsklimaindex im Netzwerk Industrie verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und ihrer Dienstleister in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Netzwerk Industrie befindet sich in der Rezession
Die schwache Auftragslage in den letzten Monaten hat dazu geführt, dass die Industrieproduktion zurückgegangen ist. Die Rezession im verarbeitenden Gewerbe wirkt sich inzwischen auch negativ auf die industrienahen Dienstleister aus. Der IHK-Geschäftsklimaindex für das Netzwerk Industrie liegt mit 91 Punkten auf niedrigem Niveau. Nur noch 21 Prozent der Unternehmen des Netzwerks in Hessen bewerten ihre aktuelle Lage als „gut“, 25 Prozent hingegen als „schlecht“ (54 Prozent als „befriedigend“). Besonders negativ zeigt sich im verarbeitenden Gewerbe zurzeit die Lagebeurteilung in der chemischen Industrie, in der Metallindustrie sowie im Maschinenbau. Bei den industrienahen Dienstleistern sind vor allem der Großhandel mit Industriegütern sowie die Verkehrswirtschaft mit ihrer Geschäftssituation unzufrieden. Etwas günstiger wird die Situation in der hessischen Pharmaindustrie sowie einzelnen unternehmensbezogenen Dienstleistern wie etwa Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beurteilt. Allerdings hat sich auch hier die Stimmung deutlich eingetrübt.
Kein Aufschwung in Sicht
Für 2025 ist bislang kein Aufschwung in Sicht, im Gegenteil. Im Netzwerk Industrie liegt der IHK-Erwartungsindikator mit minus 14 Punkten deutlich im negativen Bereich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet eine Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden Monaten. Der Pessimismus ist längst bei den industrienahen Dienstleistern angekommen. Besonders pessimistisch sind die Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten, der Großhandel mit Industriegütern sowie die Verkehrswirtschaft. Neben der schwachen Binnenkonjunktur wirkt sich hier vor allem auch das zunehmend nachlassende Exportgeschäft aus.
Beschäftigungsabbau in der hessischen Industrie und Stagnation bei den industrienahen Dienstleistern
Die schwache Kapazitätsauslastung, die aktuell deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegt, macht sich zunehmend auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Inzwischen planen 22 Prozent der hessischen Unternehmen des Netzwerks Industrie einen Stellenabbau. Nur noch 12 Prozent möchten neue Arbeitsplätze schaffen. Ein deutlicher Beschäftigungsabbau ist in den kommenden Monaten vor allem im Fahrzeugbau, der Chemischen Industrie, der Metall- und Elektroindustrie, dem Maschinenbau sowie im Großhandel und in der Verkehrswirtschaft zu erwarten. Anders sieht es hingegen in der Pharmaindustrie aus. Hier dürfte die Zahl der Beschäftigten auch in den kommenden Monaten weiter zunehmen. Auch bei Finanzdienstleistern sowie Beratungsgesellschaften werden noch zusätzlich Arbeitskräfte gesucht.

Netzwerk Industrie | Hessen | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Okt 2024
(2024-III)
Jan 2025
(2025-I)
Veränderung
Geschäftslage
-6
-4
+2
Geschäftserwartungen
-17
-14
+3
Exporterwartungen
-22
-18
+4
Investitionsvolumen
-18
-15
+3
Beschäftigung
-13
-10
+3

Netzwerk Industrie | Hessen | Diagramme

Netzwerk Industrie | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
sinkend sinkend sinkend sinkend